Verfasst von: Kalle Kolumna | 09.11.08

Halloween Nachbericht

dsci0052

Hier geht es zu weiteren Momentaufnahmen des Halloween-Spektakels.

Gut eine Woche verspätet zwar, aber frei getreu dem Motto „besser spät als nie” gibt es nun einen kleinen Nachruf zum Halloween-Spektakel vom vergangenen Freitag.

Wie in vielen Dingen eifert England auch am 31. Oktober seinem großen Vorbild USA nach. Wenn Halloween ansteht herrscht eine besondere Stimmung. Fast ein bisschen wie Silvester. Alle sind in heller Aufregung mit den Vorbereitungen beschäftigt, nachmittags werden die letzte Einkäufe erledigt und ein spezielle Atmosphäre liegt über dem ganzen. Da ich rechtzeitig krank geworden war befürchtete ich schon meine England-Halloween-Erfahrung würde sich im Wesentlichen auf die späteren Erzählungen der Anderen beschränken, beschloss dann aber kurzfristig es doch einmal zu probieren. Nachmittags ließen Tobi und ich uns, aus Verzweiflung und Mangel an Alternativen und Ideen, noch die Arme tätowieren und einen Bart wachsen um den Fernfahrer-Look besonders authentisch wirken zu lassen. Ja, ganz recht, wir hatten uns überlegt als Trucker zu Halloween zu gehen um nicht völlig bloß da zu stehen. Letztlich stellte sich heraus, dass wir uns damit zu den Kreativeren zählen konnten. Die Vorbereitungen zu Hause gingen dann nahtlos in die Feier über. Nachdem sich unsere drei Mitbewohner in langwierigen Prozessen die Gesichter bleich gefärbt hatten und als Jack die Ripper bereit standen, sammelten sich die üblichen Verdächtigen in unserer Küche. Anschließend ging es zu einer Hausparty, die Gerüchten zu folge tatsächlich bei den Oberhäuptern angemeldet worden war. Schon da zeichnete sich ab, dass ich den Abend wohl ganz gut durchhalten würde. Die Feier dort war recht professionell aufgezogen und konnte sich sogar einen DJ mit Kopfhörern leisten.

Danach bewegten wir uns ins Stadtzentrum zum Tanzlokal Lava. Die meisten Europäer froren trotz dicker Verpackung stark, während sich so mancher Engländer/in noch in T-Shirt und Shorts oder ähnlichem draußen vergnügte. Aus diesem Grund kaperten wir drei Taxen und entkamen den gefühlten Gefrierpunkttemperaturen elegant. An der Kasse wurde der Kreativitätsfaktor der Kostüme auf die Probe gestellt, denn verkleidet sollte man freien Eintritt erhalten. Ich hielt schon mein abgezähltes Geld bereit und sah die Leute vor mir zahlen, als ich zu meiner Überraschung durch gewunken wurde. Das Trucker-Outfit hatte also offensichtlich überzeugt, womit ich nicht zwangsläufig gerechnet hätte.

Nachdem einige Zeit tanzenderweis verbracht worden war ging es wieder per Taxi nach Hause. Nicht ohne jedoch vorher noch mit den Türstehern aneinandergeraten zu sein. Dem so genannten Bouncer gefiel wohl nicht, dass ich Fotos machte, auf denen auch der Eingangsbereich der Disko zu sehen war. Es war ihm sogar wichtig genug auf die andere Straßenseite herüber zu kommen um mich zur Rede zu stellen. Ich konnte ihm zum Glück glaubhaft vermitteln lediglich Freunde in der Schlange geknipst zu haben, woraufhin er mich in Ruhe ließ. Ich sag’ mal, man hat Türsteher auch schon anders reagieren sehen.

Am nächsten Tag konnte ich zu meiner Erleichterung feststehen, dass sich Halloween positiv auf mein gesundheitliches Wohlbefinden ausgewirkt hatte. Sämtliche Grippesymptome hatten sich dauerhaft verzogen. Bis auf die Kopfschmerzen. Die waren irgendwie noch da.


Antworten

  1. Schau, schau, wer auf Maskeraden und so abfährt. Diese norddeutschen Nicht-Karnevalisten. Steckt halt doch das Kind im Manne, gelle. Arthur


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.